JA zur Steuererhöhung, NEIN zu willkürlichen Budgetkürzungen
Es steht ausser Frage: Trimbach muss den Gürtel finanziell enger schnallen. Aber dies darf nur mit Massnahmen geschehen, die langfristig mehr Nutzen als Schaden bringen. Sparmassnahmen treffen alle Trimbacher:innen – vor allem aber Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und jene Personen, die besonders auf ein funktionierendes Gemeindeleben angewiesen sind.
Die geplante Steuererhöhung ist ein sensibles Thema. Auch auf uns von Trimbach jetzt! sprich auf unsere Mitglieder und Angehörigen kämen Mehrkosten zu. Wir sind jedoch der Meinung: Lieber etwas mehr Steuern zahlen, als in einer Gemeinde zu leben, in der finanzielle Mittel für öffentliche Plätze, Infrastruktur, Bildung oder Angebote für alle Generationen radikal gekürzt werden. Deshalb sagen wir JA zu einer Steuererhöhung und NEIN zu willkürlichen Streichaktionen.
Wir haben also die Wahl: Pro Monat 15 bis 90 Franken mehr Steuern zahlen – ODER in einer Gemeinde wohnen, die die Bewirtschaftung von Sport- und Spielplätzen und Parks, Vereinssupport, Schulsozialarbeit, Quartierentwicklung, Jugendarbeit, Bildungswesen, Verwaltungsdienstleistungen und anderes kaputtspart und nichts mehr an Attraktivität gewinnen kann. Einige jener Budgetposten sind im Vergleich zum grossen Ganzen ohnehin klein, die Wirkung jener Angebote aber stark und nachhaltig.
Die Mutmassung, bei einer Steuererhöhung würden «besonders gute Steuerzahlende» wegziehen, halten wir für zu kurz gegriffen. Wo man wohnen möchte, hängt nicht nur von der steuerlichen Belastung ab. Auch Faktoren wie die Nähe zu attraktiven Dienstleistungen, persönliche Verflechtungen und Angebote für Kinder, Jugendliche und Senior:innen spielen eine Rolle. Der Entscheid für die Steuererhöhung ist also nicht ein Entscheid gegen die Standortattraktivität. Sie ist der Entscheid für eine stabile Gemeinde, die sich finanziell erholen und attraktiver werden kann.
Die vom Gemeinderat angedachte Steuererhöhung für juristische Personen um 5 Prozent befürworten wir ebenso. Wir schätzen sie für die ortsansässigen Firmen als verkraftbar ein. Für zuziehende Unternehmen dürften die 114 Prozent kein Grund sein, sich für eine andere Standortgemeinde zu entscheiden.
Warum Stimmberechtigte an die Gemeindeversammlung kommen sollen:
Die Entscheidungen an der «Gmeind» betreffen direkt das Leben aller Einwohner:innen. Deshalb ist jede Stimme wichtig! Demokratie lebt davon, dass Menschen mitreden und mitwirken. Für diejenigen, die noch nie an einer Gemeindeversammlung waren haben wir hier ein paar Fakten notiert.
Die Gemeindeversammlung genehmigt Budget und Jahresrechnung und beschliesst den Steuerfuss. Sie kann Reglemente und Gebührenordnungen erlassen, ändern und aufheben. Die Stimmberechtigten im Saal beschliessen über einmalige Ausgaben bis CHF 500'000 oder wiederkehrende Kosten bis CHF 100'000 sowie über Kredite. Ganz genau geregelt ist alles zur Gmeind im Kantonalen Gemeindegesetz und in der Trimbacher Gemeindeordnung.
So läuft die Gemeindeversammlung ab:
2️⃣ Beim Einlass in die Eventlocation Mühlematt erhalten alle, die stimmberechtigt sind, eine Stimmkarte. Nimm sicherheitshalber einen Ausweis mit. Wer nicht in Trimbach wohnt oder kein Stimmrecht besitzt, darf als Gast (ohne Stimmkarte) im Saal sein.
3️⃣ Der Gemeinderat führt gemäss Traktandenliste durch die Versammlung und erläutert die einzelnen Geschäfte.
4️⃣ Die Stimmberechtigten dürfen das Wort ergreifen und via Mikrofon Fragen, Inputs, Anträge kundtun.
5️⃣ Zur Beschlussfassung erfolgt eine Abstimmung: Mit Erheben deiner Stimmkarte sagst du Ja oder Nein.
So kannst du dich an der Gmeind einbringen:
🙋 Stelle Anträge zu traktandierten Gegenständen.
🔁 Mach einen Rückkommensantrag. Wird dieser angenommen, wird ein zuvor gefasster Beschluss aufgehoben. Die Versammlung berät erneut über das Traktandum – und stimmt nochmal ab.
ℹ️ Erwirke mit einer Interpellation mündlich Auskunft über Gemeindeangelegenheiten.
🗳️ Verlange zusammen mit einem Drittel aller Anwesenden eine Urnenabstimmung zu einem Thema.
Die Gemeindeversammlung ist am Montag, 8. Dezember 2025 ab 20 Uhr in der Eventlocation Mühlematt. Trimbach jetzt! trifft sich um 19.45 Uhr beim Chlämmerli vor dem Saal und freut sich auf Unterstützer:innen, die sich dazugesellen und mit ihrer Präsenz zeigen: Trimbach ist uns wichtig. Gemeinsam wollen wir etwas verändern.
Mit Zeit und Weitblick Lösungen suchen
Wir von Trimbach jetzt! haben volles Vertrauen in Barbara von Büren und Julien Vonesch, unsere beiden Parteimitglieder im Gemeinderat. Auch aufs Gesamtgremium setzen wir grosse Hoffnungen. Wir akzeptieren, dass sich der Gemeinderat – erst seit 56 Tagen in dieser Konstellation im Amt – zuerst einen Überblick verschafft, auch über die Finanzen.
Nach abgeschlossener Analyse erwarten wir Transparenz: Der Gemeinderat muss zeitnah aufzeigen, welche Einsparungen tatsächlich möglich sind für das Budget 2027, ohne die Lebensqualität in unserem Dorf zu schmälern. Wir fordern auch die Prüfung von Fusionen mit Nachbargemeinden und das Pochen auf einen besseren Lastenausgleich.