Gemeinderatssitzung vom 11.11.25
Unsere Beweggründe dafür findest du hier – für offizielle Informationen verweisen wir auf die Webseite der Gemeinde Trimbach.
In dieser Sitzung ging es unter anderem um Budget und Steuern, die Beleuchtung der Fussballplätze, Schulsozialarbeit und die offene Kinder- und Jugendarbeit.
Budget 2026 und Steuern: Gemeinderat schlägt eine Steuererhöhung vor
Wer sich mit Gemeindefinanzen beschäftigt, weiss: Die Steuerfüsse sind das zentrale Steuerungsinstrument, um Angebote zu finanzieren – von der Infrastruktur, über die Schule bis zum Werkhof. Gleichzeitig sind sie ein sensibles politisches Thema, weil sie das Portemonnaie von Privaten und Unternehmen direkt betreffen.
Für das Jahr 2026 rechnet das Budget der Gemeinde mit einem Aufwandüberschuss von rund 943 000 Franken. Vor diesem Hintergrund diskutierte der Gemeinderat eine Erhöhung der Steuerfüsse:
- Für natürliche Personen soll der Steuersatz auf 140 % festgelegt werden (Erhöhung um 15 Prozentpunkte).
- Für juristische Personen soll der Steuersatz auf 114 % steigen (Erhöhung um 5 Prozentpunkte).
In der Diskussion wurde deutlich: Ohne die Erhöhung bei den natürlichen Personen – also bei einem Satz von 125 % statt 140 % – würde der Aufwandüberschuss im Jahr 2026 auf rund 3 Mio. Franken anwachsen. Auf längere Sicht droht ohne Gegensteuer eine Verschuldung im zweistelligen Millionenbereich, bevor der Kanton einschreiten würde. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass ein zusätzliches Prozent bei juristischen Personen deutlich weniger Ertrag bringt als ein Prozent bei natürlichen Personen. Die Gemeinde liegt bei Steuersätzen für juristische Personen im kantonalen Vergleich aktuell unter dem Durchschnitt, nach der Erhöhung leicht darüber.
Weiter wurde diskutiert, dass am Budget noch Anpassungen vorgenommen werden. Beispielsweise werden weitere Ausgaben von 83 000 Franken für die Restkostenfinanzierung und noch unbekannte Kosten für den Teuerungsausgleich bei den Lehrpersonen und Verwaltungsmitarbeitenden auf die Gemeinde zukommen. Dagegen werden auch Mehreinnahmen durch die Erhöhung des Steuerfusses für juristische Personen erwartet.
Beschlüsse:
- Das Budget 2026 wird – unter Einrechnung der noch zu erwartenden Mehrkosten – zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.
- Der Gemeindeversammlung wird eine Erhöhung der Steuerfüsse auf 140 % (natürliche Personen) und 114 % (juristische Personen) beantragt.
- Die Finanzverwaltung wird Budget und Unterlagen entsprechend nachrechnen und für die Gemeindeversammlung aufbereiten.
Der Gemeinderat organisiert darum eine Informationsveranstaltung zum Thema Budget 2026 / Gemeindefinanzen am Montag, 17. November 2025 um 19:00 Uhr, im Johannessaal (Ref. Kirche).
Wir empfehlen allen, die mitentscheiden und an der Gemeindeversammlung teilnehmen wollen, die Informationsversanstaltung zu nutzen, um sich die Finanzlage sowie das Budget 2026 präsentieren und den möglichen Handlungsspielraum aufzeigen zu lassen.
Fussballplätze Leinfeld/Grossfeld: Provisorische Sanierung der Beleuchtung
Eine externe Überprüfung der Beleuchtung auf den Fussballplätzen Leinfeld und Grossfeld ergab: Mehrere Lichtmasten weisen Risse auf, und es besteht ein reales Sicherheitsrisiko. Hinzu kommen defekte Leuchten, für die es keine Ersatzlampen mehr gibt, sowie teilweise beschädigte Fundamente. Die Anlagen entsprechen so nicht mehr den Anforderungen des zuständigen Fussballverbands. In der Diskussion standen verschiedene Punkte im Raum:
- Sicherheit: Rissige Masten müssen stabilisiert oder ausser Betrieb genommen werden, um Unfälle zu verhindern.
- Übergangslösung: Eine provisorische Reparatur der Masten mit Glasfaserummantelung wurde als Möglichkeit vorgestellt, um Zeit für eine sorgfältige Planung einer neuen Beleuchtung zu gewinnen.
- Betrieb: Das Bauamt kann defekte Leuchten vorübergehend ersetzen, sodass der Spiel- und Trainingsbetrieb möglichst aufrechterhalten bleibt.
- Planungshorizont: Parallel läuft die Arbeit einer Projektgruppe zur künftigen Nutzung des Grossfeldareals (Überbauung). Deshalb sollen teure Investitionen vermieden werden, solange die langfristige Perspektive offen ist.
- Weitere Sicherheitsaspekte: Ein offenliegendes Kabel beim roten Platz und undichte Dichtungen an Leuchtenköpfen sollen überprüft und wenn nötig im gleichen Zug instandgesetzt werden.
Beschlüsse:
- Die rissigen Masten werden mit einer Glasfaserummantelung provisorisch saniert, um die Sicherheit zu gewährleisten.
- Der Gemeinderat genehmigt, dass das Bauamt defekte Leuchten provisorisch durch günstige Alternativen ersetzt, damit der Trainingsbetrieb weitergeführt werden kann.
- Sämtliche weiteren Handlungsempfehlungen – insbesondere im Bereich Kabel und Dichtungen – werden dem Bauamt zur Umsetzung übertragen.
Offene Kinder- und Jugendarbeit: Neues Mandat ab 2026
In Trimbach wird die offene Kinder- und Jugendarbeit im Mandatsverhältnis betrieben. Der bisherige Mandatsträger hat den bestehenden Vertrag per Ende 2025 gekündigt. Der Gemeinderat beschloss Ende Juni, das Mandat mit einem Kostendach von 94 000 Franken pro Jahr und einer Vertragsdauer von vier Jahren neu auszuschreiben. Bis zum Fristende gingen zwei Bewerbungen ein: Verein für Jugend und Freizeit und Jugendwerk.
Die Offerten wurden von der Jugendkommission und Verwaltung anhand von Preis, Konzept und Fachlichkeit geprüft. Die Offerte vom Verein für Jugend und Freizeit lag deutlich über dem definierten Kostendach, orientierte sich dafür aber an den fachlichen Empfehlungen des kantonalen Dachverbands. Letzterer empfiehlt für Gemeinden in der Grösse von Trimbach deutlich mehr Ressourcen für offene Kinder- und Jugendarbeit, als unser Dorf derzeit hat. Die Offerte vom Jugendwerk überzeugte preislich und inhaltlich: Vorgesehen sind u.a. Treffbetrieb, sportliche Projekte, aufsuchende Jugendarbeit und ein stark partizipativer Ansatz, bei dem Jugendliche bei Planung und Durchführung von Angeboten mitreden und Verantwortung übernehmen können – im Einklang mit dem Kinder- und Jugendleitbild der Gemeinde.
Beschluss:
- Der Gemeinderat vergibt das Mandat für die Offene Kinder- und Jugendarbeit ab 1. Januar 2026 an das Jugendwerk.
Schulsozialarbeit in Trimbach: hohe Nachfrage, erste Wartezeiten
Die Schulsozialarbeit unterstützt Kinder, Jugendliche, Eltern und Schulen bei Konflikten, in Krisen und bei Fragen rund um Erziehung, Gesundheit, Stress und Zusammenleben. Präventionsprojekte (z.B. zu Selbstbehauptung, Umgang miteinander, digitalen Medien, Gewalt, Sexualität oder Alkohol) werden über alle Stufen vom Kindergarten bis in die Oberstufe angeboten. Die Schulsozialarbeitenden Barbara Bösiger und Roger Strähl spannen dazu mit Lehrpersonen, Schulleitungen und weiteren Fachstellen zusammen und gaben in dieser Sitzung ihren jährlichen Tätigkeitsbericht zuhanden des Gemeinderats.
Im Rückblick auf das Schuljahr 2024/25 zeigte sich: Der Arbeitsaufwand der Schulsozialarbeit ist deutlich gestiegen. Rund die Hälfte der Zeit fliesst in die Begleitung einzelner Dossiers. Gegenüber dem Vorjahr nahm diese Dossierarbeit nochmals um etwa 120 Stunden zu. Die Dossierarbeit dreht sich mehrheitlich um schulische Themen wie Konflikte und Beziehungen unter Schüler:innen sowie das Verhalten in der Klasse. Daneben geht es oft um persönliche Fragen zu Gesundheit und Entwicklung, Selbstwert, Stress oder Krisensituationen sowie um die Freizeitgestaltung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Familien, insbesondere bei Erziehungsfragen und Spannungen im familiären Zusammenleben.
Erstmals kommt es zu Wartezeiten von rund zwei bis drei Wochen, ehe die Schulsozialarbeit ein Gespräch anbieten kann. Dies, weil die Zahl der Fälle stark angestiegen ist. Trotz eines im regionalen Vergleich überdurchschnittlichen Pensums (rund 140 Stellenprozente) stösst die Schulsozialarbeit damit an Kapazitätsgrenzen.
Beschluss:
Da es sich um rein informatives Traktandum handelte, nahm der Gemeinderat den Jahresbericht der Schulsozialarbeit zur Kenntnis, würdigte die Arbeit und die hohe Belastung der Fachstelle, fasste aber keine weitergehenden Beschlüsse. Ein Ausbau des Pensums wäre aus fachlicher Sicht sinnvoll, ist finanziell derzeit jedoch nicht machbar.
Weitere Geschäfte in Kürze
Neben diesen Schwerpunkten behandelte der Gemeinderat weitere Traktanden, die wir hier kompakt zusammenfassen:
- Spezielle Förderung 2026/27: Ein Pensenpool für „Spezielle Förderung“ – leicht über der üblichen kantonalen Vorgabe, aufgrund der demografischen Situation in Trimbach – wurde einstimmig bewilligt.
- Abteilungsplanung Schule 2026/27: Die Abteilungsplanung für die nächsten drei Schuljahre, basierend auf prognostizierten Schüler:innenzahlen, wurde einstimmig genehmigt.
- Gebühren für Tischgarnituren: Die Lieferung von Tischgarnituren durch den Werkhof soll wieder möglich sein, allerdings gegen Gebühr. Die Gebührenordnung wird so angepasst, dass der Gemeinderat die Höhe dieser Liefergebühr selber festlegen kann. So kann der Gemeinderat die Gebühren bei einer Nichtdeckung der Kosten schneller anpassen. Die entsprechende Änderung wird der Gemeindeversammlung vorgelegt.
- Gemeinderat & Gremienarbeit: Die Verwaltung erstellt eine Übersicht über bestehende Arbeitsgruppen in der Gemeinde, damit der Gemeinderat seine Einsitze gezielt planen kann.
- Projekt „Trimbach.bewegt“: Das Bewegungsprojekt in Kooperation mit einer externen Partnerin wird aufgrund fehlender personeller Ressourcen in Gemeinde, Verwaltung und Kommissionen nicht weiterverfolgt. Die Gemeinde verzichtet auf die Durchführung.